Das Märzen ist ein klassischer Bierstil, der sich aus einer Notsituation heraus entwickelt hat. Die Bayerische Brauordnung des Jahres 1539 verbot das Bierbrauen in den Sommermonaten. Man erhob dieses Gesetz, weil der Braubetrieb in der wärmeren Jahreshälfte die Brandgefahr erheblich steigerte. Außerdem war es aufgrund fehlender Kühlmöglichkeiten nicht möglich, im Sommer untergärige Braustücke herzustellen. Weil Bier aber gerade dann besonders gut schmeckt, wenn es draußen lau ist und man seine Abende im Biergarten verbringen kann, hat man sich ein Bier ausgedacht, das weit in den Sommer hinein haltbar war. Das Märzen wurde zum letztmöglichen Zeitpunkt (im März) gebraut und war dank eines höheren Stammwürzegehaltes, mehr Alkohol und mehr Hopfen lange haltbar, ohne an Geschmack und Qualität zu verlieren. Heute ist man nicht mehr auf natürliche Kühlung angewiesen und darf brauen, wann immer es einem beliebt, doch das Märzenbier hat sich gehalten. Und nicht nur das, es hat sich auf der ganzen Welt ausgebreitet und wird von Brauereien auf dem gesamten Planeten gebraut.
Von Anderson’s zum Beispiel. Die estnische Brauerei hat feines Märzen im Sortiment, das sich Andersoni Vaskne nennt. Der kastanienbraune Sud kommt mit 5,5 % Alkohol daher und liefert eine herrliche Balance aus zart schmelzendem Karamell, kandierten Früchten und kräftig geröstetem Malz.
Anderson´sWasser, Hopfen, Hefe, Gerste